Elektrowinde

Innovation aus Tradition
Projekt Elektrowinde der Deutschen Alpensegelflugschule

Entworfen, konstruiert und gebaut wurde die Winde von Rüdiger Ettelbrück, der unter Mithilfe von Paul Möller die Winde in der Werkstatt der DASSU auch montiert hat. Die Konstruktions- und Entwicklungszeit betrug ca. 1 Jahr, die Montagezeit ca. 6 Monate (Freizeit und Feierabend). Im Oktober 1995 wurden die ersten Testläufe und Probestarts durchgeführt, seither ist die Winde erfolgreich in Betrieb und hat bis zum Saisonende 2015 ca. 230000 Starts absolviert.

Der Windenstart ist in Deutschland nach wie vor die gebräuchlichste Methode um ein Segelflugzeug in die Luft zu bekommen, die DASSU wendet das Windenstartverfahren bereits seit Jahrzehnten erfolgreich an.
Mit dem deutlichen Anstieg der Startzahlen in Unterwössen konnte die Kapazität einer herkömmlichen Doppeltrommelwinde jedoch nicht mehr schritthalten. Es kam immer häufiger zu Engpässen, die nur durch den Einsatz von zwei parallel aufgebauten Winden behoben werden konnten. Aus den Erfahrungen mit dem Einsatz von zwei Doppeltrommelwinden mit Verbrennungsmotoren und den sich daraus ergebenden Problemen bezüglich Betriebslärm, Abgasen, Wartungs- und Betriebskosten, ergab sich die Idealvorstellung einer stationäraufgebauten Viertrommel-Elektrowinde. Betreffs der Betriebskosten liegen nach 19 Jahren Erfahrung verlässliche Zahlen vor. Der Kraftstoffverbrauch für einen Schlepp mit der Dieselwinde liegt bei ca. 0,5 l Diesel. Der Energiebedarf für einen Elektrowindenstart liegt im Durchschnitt bei 1 kWh.

Die Unterhaltskosten liegen unter den Erwartungen. Verschleißteile sind im Wesentlichen die Bremsbeläge der Ausziehbremse sowie die Potentiometer für die Einstellung von Drehzahl und Moment. Lediglich der Frequenzumrichter mußte in 19 Jahren Betrieb zwei Mal erneuert werden. Die sonstigen Reparaturen begrenzen sich auf Kleinteile im Seileinzugsbereich, die durch Unachtsamkeit bei der Bedienung beschädigt wurden. Der Seilverschleiß und die Anzahl der Seilrisse hat sich im Vergleich zu den Dieselwinden auf 25% reduziert. Eine komplette Dokumentation mit allen technischen Daten und einer Baubeschreibung gibt es als PDF-Datei im Downloadbereich!

Ab der Saison 2003 wurden auch erstmals Kunststoffseile anstelle der bisher üblichen Stahlseile eingesetzt. Die bisher vorliegenden Erfahrungen sind positiv obwohl das Kunststoffseil drei Mal so teuer ist wie ein Stahlseil.