Hochwasserproblematik

Liebe Flieger bei der DASSU,

nachdem wir im Jahre 2002 durch Hochwasser sehr viele Flugzeuge verloren haben, ist es notwendig auf die spezielle Situation dieses Flugplatzes hinzuweisen. Unser Flugplatz ist als Ausgleichsfläche für Überschwemmungen vorgesehen, das heißt der neu gebaute Hochwasserschutz wird zwar den Ort Unterwössen schützen aber nicht den Flugplatz und damit auch nicht den Hängerplatz! Jeder Hänger und jedes Flugzeug, das hier steht ist also potenziell gefährdet. Wir haben zwar jetzt bei der DASSU einen Alarmplan zur Sicherstellung der Hänger, trotzdem müsst Ihr Euch bewusst sein, dass die DASSU keine Garantie für die Hängerevakuierung geben kann und es deshalb besser ist, wenn sich zumindest all die Flugzeugbesitzer selbst um Ihre Hänger kümmern, die im Umkreis von 100 Kilometern wohnen.

Selbstverständlich sollte jedoch sein, dass der Hänger nicht hochgebockt und die Kurbel im Hänger verstaut ist! Auch die Anhängekupplung für den Kugelkopf bitte auf keinen Fall absperren, eine Rettung des Hängers ist so wohl nicht möglich!

Nun zur Frage, wann wird es typischerweise gefährlich?
Hochwasser gibt es bei uns praktisch nur bei einer sogenannten

Vb-Wetterlage (sprich “5b-Wetterlage”). Auf Wetteronline gibt es eine gute Beschreibung, wie diese Wetterlage abläuft. Wenn also eine solche Konstellation eintritt, dann müssen wir auf der Hut sein! Eine sehr gute meteorologische Ausarbeitung von 2002 gibt es auch hier. Wann muss der Hänger weg, das ist bei Hochwassergefahr die spannende Frage? Entscheidend dabei ist die Geschwindigkeit, mit der der Achepegel auf 4,50 Meter steigt, denn etwa bei diesem Wert läuft die Ache über den Flugplatz. Beim letzten großen Hochwasser 2002 stieg der Pegel 50 Zentimeter pro Stunde! Das hätte bedeutet, dass schon bei einem Achepegel Staudach von 3 Metern die Evakuierung hätte beginnen müssen. Das Wasser ist nämlich noch fast eine Stunde vom Flugplatz zur Mess-Stelle unterwegs. Aus der Erkenntnis von den letzten Hochwassern lässt sich folgende Formel aufstellen, wenn für die Evakuierung 2 Stunden Zeit bleiben sollen:

Pegel Staudach Evakuierungsbeginn = 4,50 Meter minus 3 mal Anstieg des Pegels pro Stunde

Beispiel für das Hochwasser 2002:

Pegel Staudach Evakuierungsbeginn = 4,50 Meter minus 3 mal 0,50 Meter
Pegel Staudach Evakuierungsbeginn = 4,50 Meter minus 1,50 Meter
Pegel Staudach Evakuierungsbeginn = 3,00 Meter

Die Grafik dazu:

Das heißt also konkret, schon bei einem Pegelstand von 3 Metern muss eine Entscheidung getroffen werden. Grundlage dafür ist die Anstiegsgeschwindigkeit des Pegels unterhalb dieser 3 Meter. In obiger Grafik ist gut zu erkennen, dass ab 3:30 Uhr der Pegel hätte beobachtet werden müssen, so dass um 4:30 Uhr die Entscheidung zur Evakuierung hätte fallen können. Es wären dann 2 Stunden Zeit geblieben alles wegzuräumen, denn ca. um halb 7 Uhr ist die Ache dann über den Flugplatz gelaufen, siehe nachfolgendes Webcambild von 7 Uhr:

Der Pegel Staudach wird vom Wasserwirtschaftsamt ins Internet gestellt und ist anzeigbar unter diesem Link Pegel Staudach, auch den Pegel St. Johann gibt es im Internet Link Pegel St. Johann.

Es kann natürlich sein, dass der Server, wie es schon öfter der Fall war, bei einer Hochwasserlage aufgrund der vielen Nachfragen zusammenbricht, deshalb stellen wir auf der Startseite der DASSU-Hompage immer die aktuelle Hochwassersituation zur Information zur Verfügung.
Bei den letzten Hochwassern war es so, dass die Ache schon relativ hoch stand, die Böden gesättigt waren und erst dann beim Regen eine Woche später das große Hochwasser kam. Bei so einer Konstellation könnte man diverse Hänger schon mal vorsichtshalber frühzeitig rüber auf die Strasse oder sonst wo sicherstellen. Zeitweise stehen nämlich mehr als 50 Hänger am Hängerplatz, die alle wegzuschaffen dauert seine Zeit. Zur Veranschaulichung die Hochwasserentwicklung im Jahr 2002:

Damit alle, auch die, die 2002 nicht betroffen waren, eine Vorstellung bekommen, wie so ein Hochwasser ausgehen kann, gibt es noch einen Bericht auf der Traunsteiner Internetseite

Wir hoffen in Eurem eigenen Interesse auf Mithilfe, denn glaubt uns, Ihr steht weinend vor Eurem kaputten Flieger, vorausgesetzt, er ist noch auffindbar und ist nicht die Ache hinunter geschwommen!

Manfred Schneider

Das darf uns nicht noch einmal passieren!

Update aus 2010: In diesem Jahr hatten wir ein ähnlich schlimmes Hochwasser wie 2002. Die oben aufgestellten Regeln haben sich bestätigt. Der Hochwasserschutz für den Ort Unterwössen hat sich bewährt. Die Auswirkungen am Flugplatz waren etwas geringer, weil der Damm auf der linken Seite der Ache flußabwärts abgetragen wurde, sodass sich die Fluten mehr Richtung Raiten ausbreiten können. Der Pegel auf dem Flugplatz verringerte sich, bei etwa nahezu gleicher Abflussmenge, so um circa 15 Zentimeter.

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