Über Kunst, von Markus Müller
Vor dem Büro der Alpensegelflugschule in Unterwössen steht ein Holzmann, und der hat irgendwie das absolute Geheimnis der Form.
Sie müssen vielleicht wissen, dass ich weit mehr Segelflieger und kaum Kunstkenner bin, aber jedesmal, wenn ich an ihm vorbeigehe, rührt er mich an – und das ist es doch eigentlich, was Kunst ausmacht.
Unverrückbar mit gegrätschten Beinen steht er da. Ein Riesenkerl, an die 3 Meter hoch, gelassen die Arme hinter dem Rücken verschränkt, schaut er in den Himmel. Eigentlich ist er ein schnörkelloser, grober Klotz, sicherlich mit Absicht auf das absolut Wesentliche reduziert, und trotzdem drückt er für mich soviel Gefühl aus, daß ich mich immer wieder frage, wie der Bildhauer das geschafft hat. Er wirkt einfach weil er da ist, dafür braucht es keine Details.
Wartet er auf einen, der noch nicht zurück ist? Wäre er gern selber droben? Interessiert er sich nur von drunten dafür? Schaut er nur so aus Spaß zu oder hat er so richtig hundsgemein Sehnsucht nach Fliegen?
Jedes Mal wenn ich ihn sehe, denk ich mir neu aus, was sein Blick nach oben bedeuten könnte, nie kann ich ihn einfach ignorieren.
Kunst ist, wenn es einen nicht kalt lässt und mein Respekt vor dem Menschen, der meinen stummen Freund gemacht hat und damit einen wie mich immer wieder in seinen Bann ziehen kann, ist grenzenlos. Wenn ich ihn oder sie mal kennenlerne- ehrlich- dann geb ich einen aus und ich glaube, so gerne hab ich noch nie gezahlt.
Ein Kunstwerk von unserem inzwischen weltberühmten Bildhauer Andreas Kuhnlein. Wenn Ihr selbst so ein Meisterwerk erwerben möchtet, so könnt Ihr ihn am Lindenbichl 1 in Unterwössen besuchen. Informationen über Ausstellungen und weitere Bilder seiner Kunstwerke findet Ihr im Internet.





